VERHALTEN DER FREIEN ENERGIE BEIM PHASENüBERGANG
Wenn im System nur eine Phase vorliegt, gilt für die freie Energie (bei fester Temperatur T):

Falls jedoch bei fester Temperatur für einen gewissen Bereich des Volumens,
, zwei Phasen (1,2) gleichzeitig vorliegen, ist die freie Energie des Systems gleich der Summe der freien Energien der beiden Phasen:

,
sind dabei die spezifischen Volumina der beiden Phasen. Diese bleiben für den gesamten Bereich des Phasenübergangs konstant. Es gilt natürlich:

Aus diesen zwei Gleichungen erhält man die Anteile beider Phasen, die sich bei gegebenem Volumen V einstellen. Mit
und
ergibt sich aus der zweiten Gleichung:

Damit gilt für die freie Energie:

Im Bereich des Phasenübergangs verläuft also F(V) als Geradenstück zwischen den Punkten
und
. Die Steigung dieses Geradenstücks gibt wegen
gerade den Dampfdruck an.
|
|
Das untere Diagramm zeigt die spezifische freie Energie f als Funktion des spezifischen Volumens des Gesamtsystems, v (=V/N). Oben ist zum Vergleich das zugehörige pv-Diagramm aufgetragen. Die Kurve f(v) ist nach oben gekrümmt, bis auf den Bereich zwischen B und C, in dem die isotherme Kompressibilität negativ würde. Im Bereich des Phasenübergangs (zwischen A und D) folgt f(v) jedoch nicht der rot gezeichneten Kurve, sondern dem Geradenstück AD: Das System hat in diesem Bereich eine niedrigere freie Energie, wenn beide Phasen gleichzeitig vorliegen.
|
[Weiter] Kreisprozesse
[Zurück] Die Maxwell-Konstruktion